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Den Sozialismus rehabilitieren

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Eine nationalrevolutionäre Perspektive In konservativen Gefilden der Gegenwart ist der Terminus des „Sozialismus“ zumeist als Kampfbegriff präsent, der für etwas steht, das man ablehnt. Auch innerhalb der Diskurse in der AfD und in der Rhetorik der Partei ist zuweilen beispielsweise von „Öko-Sozialismus“ die Rede, wenn die Klimaschutzpolitik der Altparteien thematisiert wird (das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) wird, ähnlich konnotierend, gern als „Planwirtschaft“ beschrieben). Außerhalb der Linkspartei und teilweise der SPD ist „Sozialismus“ zumeist ein Schimpfwort, das direkte Assoziationen zum untergegangenen Ostblock und anderen Autokratien weckt bzw. wecken soll. Mit einem historisch und begrifflich reflektierten Vorgehen hat dies allerdings wenig zu tun. Der Begriff des Sozialismus wurde spätestens im Siegestaumel des Kapitalismus nach Ende des von ihm gewonnenen Kalten Krieges mit einer negativen Konnotation belegt, was dazu geführt hat, dass er von zahlreichen, in eben j...

Corona als Globalisierungsfolge

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Eine risikosoziologische Betrachtung Das Corona-Virus erhitzt nicht nur den betroffenen Körper, sondern auch Gemüter, Emotionen und Debatten. Bei allen zumeist durchaus berechtigten staatlichen Maßnahmen zur Eindämmung der Epidemie ist es doch durchaus nicht falsch, auch von einer Massenhysterie zu sprechen: Wo Leute (teils unsinnige) Hamsterkäufe tätigen, wo Leute kein anderes Thema mehr kennen, wo Leute schon beim Anblick eines hustenden Menschen zusammenfahren, als hätten sie eine fleischfressende Riesenspinne erblickt, da hat eine Gesellschaft einen neurotischen Zustand erreicht (von dem zumindest Teile von ihr auch schon vorher, mit Blick auf ganz andere Themen, nicht allzu weit entfernt waren). Die etablierten Massenmedien, auch in anderen Themenfeldern schon seit langem kein Garant mehr für sachlich-nüchterne Berichterstattung, spielen das Spiel nicht nur munter mit, sondern befeuern die Panik in teils unverantwortlicher Weise. Reißerische Überschriften, bedrohliche Wissensc...

Clintons Albtraum: Tulsi Gabbard

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Die eigentliche Alternative Hillary Clinton und so manch anderer aus dem Establishment der Demokratischen Partei der USA dürfte in diesen Tagen wieder schlecht schlafen. So bewirbt sich derzeit, neben dem doch schon recht alten Sozialisten Bernie Sanders, noch eine andere Politikerin für die US-Präsidentschaftskandidatur, die inhaltlich und biografisch den globalistisch-neoliberalen Eliten ihrer Partei alles andere als genehm sein dürfte: Tulsi Gabbard – ehemalige Militärangehörige und Veteranin im Majorsrang, praktizierende Hindu, Abgeordnete im US-Repräsentantenhaus aus dem Bundesstaat Hawaii. Hillary Clinton verstieg sich vor einiger Zeit gar zu der (wohl implizit gegen Gabbard gerichteten) Behauptung, auch 2020 würde Russland wieder eine Kandidatin fördern. Wer ist diese unorthodoxe Politikerin, die „Killary“ zum Einsatz dieser rhetorischen Atomwaffe (für die Gabbard sie übrigens im Januar dieses Jahres verklagt hat) veranlasst hat? Gabbard, die religiös in einer Art Splitt...

Zur Mär von der „Behindertenfeindlichkeit“ der AfD

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Eine Kritik der schulischen Inklusion Als der Autor dieser Zeilen 2016 im Rahmen einer Inklusionsforscher-Tagung einen kritischen Vortrag zur schulischen Inklusion hielt, ließen die empörten Reaktionen einiger linksgerichteter Zuhörer (also anderer „Forscher“) nicht lange auf sich warten. Im Anschluss daran entschloss ich mich, meine Kritik nochmal schriftlich auszuarbeiten, und veröffentlichte 2017 einen soziologischen Fachartikel zur schulischen Inklusion im Tagungsband der Konferenz. Die folgenden Argumente basieren lose auf den darin enthaltenen Thesen. Das neue Narrativ, das aus der UN-Behindertenrechtskonvention hervorgeht, ist das der „Teilhabe“. Dieses ist in vielerlei Lebensbereichen auch notwendig: Man denke hier etwa an den Nachholbedarf in Sachen architektonischer Barrierefreiheit, den mobilitätseingeschränkte Menschen immer wieder zu spüren bekommen. Das Problem beginnt dort, wo es in Deutschland so häufig beginnt, nämlich da, wo aus dem im Grundsätzlichen erstre...

Der Reiz des Anderen

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Eine alternative Sicht auf Transsexualität Achtung, lieber Leser: Sie betreten thematisch vermintes Gelände. Wenn Konservative Artikel veröffentlichen, die sich dem Umgang mit oder der Entstehung und der Rolle von gesellschaftlichen Minderheiten widmen, so werden diese auf – meistens geradezu reflexhaft hochemotionalisierten – Widerspruch nicht lange warten müssen. In einer Zeit, in der sich jene Akteure, die einen gesellschaftlichen Diskurs entscheidend prägen, also Politik und Medien sowie echte oder selbsternannte Prominente und Intellektuelle, primär mit Minderheitenproblemen befassen, weil die allzu oft schweigende Mehrheit ja nur aus der weißen, heteronormativen, patriarchalischen und latent rassistischen Masse besteht, die (angeblich) die gesellschaftlich dominante Position innehat, müssen all jene, die es wagen, sich gegen diesen Trend zu stellen, aufpassen. Dies gilt insbesondere in urbanen, bürgerlichen und daher tendenziell linksliberalisierten Milieus: „Toleranz“ ge...