Chinas „Sozialistische Marktwirtschaft“
Versuch einer (Er-)Klärung Es gehört zu einem der am meisten wiederholten Missverständnisse aktueller Kapitalismus-Debatten: Die Einordnung von Chinas Wirtschaftsordnung ins ökonomische und politische Koordinatensystem. In den meisten Fällen ist es eher ein Gegenstand verschiedener Feindmarkierungen: Deutsche DDR-nostalgische Steinzeitkommunisten brandmarken sie als „kapitalistisch“, weil sie am freien Welthandel partizipiert, während Kalte-Kriegs-Betonköpfe aus dem liberalkonservativen Spektrum die Volksrepublik in eine Kategorie mit der UdSSR setzen. Besonders beliebt sind in diesem Zusammenhang die üblichen Boomer-Phrasen wie „Sozialismus hat noch nie irgendwo funktioniert!“. Wer die Debatte reflektiert führen will, müsste hier jedoch als erstes einmal fragen: Was ist denn „Sozialismus“ überhaupt – und wo fängt er an, wo hört er auf? Sozialismus und Kapitalismus – Zwei Enden einer Skala Allein über diese Frage ist bereits von denen, die sich selbst mit diesem Begriff etikettieren, ü...