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Zwischen Distanzeritis und Dämonisierung

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Chancen und Risiken einer Wagenknecht-Partei – Eine Analyse Die Aussicht, daß Sahra Wagenknecht Ende des Jahres eine eigene Partei ins Leben rufen könnte, hält ihre bisherige politische Heimat Die LINKE in Atem – für sie würde es vermutlich das wohlverdiente Ende bedeuten. Doch die Aussicht einer solchen Parteineugründung schwebt nicht nur über den LINKEN wie ein Damokles-Schwert. Auch die AfD hätte vieles zu verlieren: Gewiß, es wäre nicht ihr Ende als parlamentarische Partei. Gewiß aber wäre es das Ende des derzeitigen Höhenfluges: Jüngst haben Umfragen prophezeit, daß die Wagenknecht-Liste in Thüringen womöglich Siegerin wäre und die dort bisher erfolgsverwöhnte AfD auf den zweiten Platz verdammen würde. Man darf daher annehmen, daß – auch wenn Wagenknecht selbst aufrichtige ideelle Motive haben dürfte – eine solche Entwicklung dem derzeit vor Angst zitternden politischen und medialen Establishment gerade recht käme. Doch mit welcher weiteren Entwicklung müßten wir in einem solchen ...

Politische Binnendifferenzierung im Nationalsozialismus

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Mit Blick auf die veränderten Charakteristika des politischen Systems im Nationalsozialismus und vor allem angesichts der empirisch-historischen Entwicklungen des Regierungssystems des Dritten Reiches ab 1933 ist es notwendig, das systemtheoretische Modell für unseren hiesigen Untersuchungsgegenstand zu prüfen und zu fragen, was davon auf ihn Anwendung finden kann und wo es gegebenenfalls einer veränderten systemtheoretischen Bewertung bedarf, um ihn adäquat makrosoziologisch zu erfassen. Dass die Zentrum-Peripherie-Differenzierung des politischen Systems eine parlamentarische, liberal-demokratische Konstitution des Regierungs systems voraussetzt, ist zu bezweifeln. Die genuin soziologische und speziell systemtheoretische These, dass das moderne politische System in ein Zentrum und in eine Peripherie differenziert ist, ist als solche zunächst einmal nicht daran gebunden, dass das Volk den Souverän bildet bzw. durch demokratische Wahlen Repräsentanten in ein Parlament entsendet. Auch i...

Makrobiotische Diät als alternativer Lebensstil

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Verzicht und Disziplin für Gesundheit und innere Reinheit Nach taoistischer Vorstellung ist alles Lebende von Qi, der Lebensenergie, durchdrungen. Diese kann dabei nicht durch westlich-empirische, schulmedizinische oder sonstige naturwissenschaftliche Konzepte „übersetzt“ werden: Qi symbolisiert eine metaphysische Lebenskraft, die nicht nur allem Lebenden innewohnt, sondern die auch sowohl harmonisch verlaufen als auch in Disharmonie gebracht werden kann. Im letzteren Fall drohen Krankheit und schließlich, sollte der Fluss des Qi enden, der Tod. Das berühmte taoistische Yin-Yang-Symbol spielt hier ebenfalls eine entscheidende Rolle: Wo Yin (die dunkle Seite) und Yang (die helle Seite) in Harmonie zueinander sind, wie das Symbol darstellt, befindet sich das Qi in Fluss. Hier herrscht Leben. Wo eine Seite überwiegt, entsteht Disharmonie. Der Taoist begreift die dunkle Seite als etwas, das angenommen und akzeptiert und, wie das Yin-Yang-Symbol aufzeigt, mit der hellen Seite in Harmonie ge...

Inklusion und Exklusion 1939 bis 1945

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Die nächste Phase, die eine drastische Intensivierung der Exklusionspolitik einläutete, stand ab 1939 an – eine Erkenntnis, die zugleich auch nochmal den analytischen Wert eines auf kriegsgesellschaftliche Dynamiken fokussierten Ansatzes deutlich macht. Denn ab jenem Jahr wurden die Juden im Reich als nationalsozialistischer Perspektive als veritable Bedrohung – im Sinne eines „inneren Feindes“ – wahrgenommen, und dies vor dem Hintergrund des Legende des „Dolchstoßes“ von 1918, welche sich (u. a.) in den Köpfen der NS-Führung festgesetzt hatte (vgl. Kruse 2015: 241): Aus deren Sicht „drohen die Juden erneut die deutsche Kampfkraft zu unterminieren“ (Kruse 2015: 241). Nachdem zunächst vor diesem Hintergrund der Judenstern zur Kennzeichnung eingeführt wird, verstärkt sich der Druck auf Hitler, die Juden in Gebiete außerhalb des Reiches zu deportieren – zahlreiche Pläne diesbezüglich, die als Zielorte mal Lublin in Polen, mal die Sowjetunion bzw. Sibirien und mal Madagaskar vorsahen, sche...

Klimaschutz als patriotisches Anliegen

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Für die Zurückdrängung habitueller Trotzreaktionen Wenn ein Thema heutzutage gesellschaftlich konsensual beurteilt wird, reagiert der Konservative von heute zunächst grundsätzlich mit Skepsis. Skepsis ist auch nichts, was an sich verkehrt wäre: Oft genug – etwa auf den Feldern der Migrations- und Gesellschaftspolitik, der Außenpolitik und der Coronapolitik der letzten Jahre war und ist sie dringend notwendig und mehr als berechtigt. Wenn Skepsis jedoch beginnt, zu einer Art „generalisiertem Trotzreflex“ zu mutieren, ist wiederum genau gegenüber diesem Affekt Skepsis geboten. Ein Feld, in dem sich diese Problematik seit ein paar Jahren und in immer weiter verstärkter Form abspielt, ist das der Klimapolitik. Egozentrischer Affekt versus Verzicht und Disziplin Der Begriff des „Boomers“ steht, auch wenn er oft mit der Babyboomer-Generation assoziiert wird, heute mehr für eine Mentalität denn für eine tatsächliche Altersgruppe. Anders als die Gruppe der Babyboomer kann ein „Boomer“ im heu...