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Freiheitlich geht nur sozial – Für konsequenten Antikapitalismus!

Noch mehr neoliberale Floskeln machen immer noch keine Metapolitik. So oder so ähnlich hätte der Titel des folgenden Artikels auch lauten können (jedenfalls hinsichtlich seines ersten Teils). Im Zuge einer sozial- und wirtschaftspolitischen Debatte auf Arcadi, zu der der Autor dieser Zeilen bereits eine sozialistische Entgegnung auf einen neoliberalen Text von Christoph Facius beigesteuert hatte, sind in den vergangenen Wochen zwei weitere Stellungnahmen erschienen. Eine davon, die neueste, stammt erneut aus der Feder von Facius und trägt den Titel „Sozialstaat oder soziale Gesellschaft?“ . Viele neue Argumente entdeckt man darin jedoch nicht. Erneut werden ohne argumentative Unterfütterung oder Herleitung einfach nett klingende Bonmots in den Raum geworfen, die sich auf einem FDP-Wahlplakat vielleicht gut machen würden, aber inhaltlich keinerlei Neuheitswert haben: So ist von „Verantwortung“ die Rede, von einer „partnerschaftlichen Gemeinschaft“ im Gegensatz zu einem fast dämon...

Neoliberale Floskeln machen noch keine „Metapolitik“

Eine sozialistische Entgegnung Wer „Metapolitik“ betreiben will, will hoch hinaus. Der Begriff wird im gegenwärtigen politischen Diskurs nicht zuletzt vom Umfeld des Instituts für Staatspolitik und dessen Zeitschrift Sezession geprägt und beschreibt gewissermaßen das Operieren in den Gefilden der Politischen Theorie. Hier geht es nicht um das tagespolitische Kleinklein, nicht um personalpolitische Fragen, nicht um politische Rhetorik, sondern um die Hintergründe, um die Strukturen, um Narrative, um Ideologien, um „das große Ganze“. Metapolitische Abhandlungen bedürfen der sorgfältigen Reflexion; sie bedürfen der Definition, der Klarheit, der Infragestellung geltender Mythen und Erzählungen. Auf Arcadi hat jüngst Christoph Facius, AfD- und JA-Funktionär aus Köln, eine, wie er es nennt, „metapolitische Betrachtung“ angestellt, die in der Forderung einer „Amerikanisierung der Sozialdemokratie“ gipfelt und den interventionistischen, umverteilenden Sozialstaat geißelt. Und hier b...

Aktives Zuhören als doppelte Beobachtung zweiter Ordnung

Eine systemische Perspektive auf ein anspruchsvolles Unterfangen Das sogenannte Aktive Zuhören ist eine Gesprächstechnik, die in der Psychotherapie (insbesondere Gesprächstherapie) ebenso Anwendung findet wie etwa auch in der polizeilichen Krisenkommunikation, etwa zur Deeskalation, beim Umgang mit psychisch Kranken oder beim Gespräch mit Suizidenten. Sie geht primär zurück auf den US-Psychotherapeuten Carl Rogers (1985) und dient dem Ziel, Vertrauen aufzubauen, die Kommunikation zu präzisieren und zu reflektieren, sie gewissermaßen „in positive Bahnen zu lenken“ und dadurch konstruktiv zu machen, wodurch im Idealfall die Grundlage für eine problemlösende Haltung geschaffen werden kann. Selbstreflexion und Multitasking sind gefordert Das Aktive Zuhören verlangt dem, der es praktiziert, hohe Selbstreflexionskompetenz ab, welche, um das gewünschte Ergebnis in der Interaktion in Gänze herbeizuführen, oft einer mehrjährigen Professionalisierung bedarf. Der Ausübende steht vor der schwie...

Für ein Europa der souveränen Nationen

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Eine konservative europäische Vision In nur wenigen politischen Feldern lässt sich die Einheitsfront der Altparteien so plastisch beobachten wie im Feld der Europapolitik. Von der Linkspartei über die Grünen und die SPD, über die Union bis hin zur FDP ist man sich einig im Ziel eines Europas als „politischer Union“, worunter letztlich das Endziel eines europäischen Superstaates verstanden wird, als eine Art „Vereinigte Staaten von Europa“. Differenzen gibt es allenfalls in der näheren Ausgestaltung: SPD und Linke wollen dann auch einen europaweiten Sozialstaat, die FDP dagegen eher einen föderal strukturierten, aber natürlich durch und durch neoliberal agierenden europäischen Bundesstaat. Verklausuliert werden diese Ziele, die weniger von den europäischen Völkern, sondern vor allem von deren Eliten vorangetrieben werden, durch oberflächliche Phrasen wie die, man wolle „mehr Europa“. Floskeln wie diese ermöglichen es dem politischen Establishment, unbequeme Konkretisierungen zu ve...