"Normale Katastrophen"
Für eine andere Sicht auf Krisen Der amerikanische Soziologe Charles Perrow hat in den 80er Jahren einen risikosoziologischen Ansatz entwickelt, den er mit der Formulierung der „normal accidents“ umschrieb. Er schuf damit eine Katastrophensoziologie, die zur sozialen Systematisierung insbesondere von technischen Unfällen beitrug und zugleich die in Opposition etwa zu Ulrich Beck stehende These vermittelte, dass Unfälle und Katastrophen nicht grundsätzlich vermeidbar und daher ein Stück weit Normalzustand sind. Angesichts sowohl der „Krisen“ rund um Euro, Finanzen, Staatsschulden, Terrorismus und Atomkraft bis hin zu Migration und nicht zuletzt der „Krise der Krisen“ schlechthin, Corona, wird es Zeit, sich diese These ins Gedächtnis zu rufen und zu fragen, inwieweit sie auch außerhalb von techniksoziologischen Fragestellungen zur Anwendung kommen kann und sollte. Vier Risikokulturen In Zeiten wie diesen, in denen über die neue Hegemonie des linksgrünen Zeitgeistes auch eine Art neuer ...